Digitalisierung

Smarte Sensoren im Test

Ein hauben ähnliches Metallteil auf Pflastersteinen
Sensoren messen, ob und wie lange einzelne Parkplätze belegt sind. Weitere Sensoren sollen bei Bewässerungszyklen, Optimierung von Mülleimerleerungen oder Pegelstandsmessungen helfen.

Wo sind Behindertenparkplätze belegt? Ist der Boden in einem Pflanzbeet zu trocken und muss gegossen werden? Und wie verändert sich der Pegel der Jagst? Diesen Fragen geht die Stadtverwaltung Crailsheim derzeit mit verschiedenen LoRaWAN-Sensoren nach. In einer Testphase soll zunächst geprüft werden, wie zuverlässig die Technik funktioniert und welchen konkreten Nutzen die gewonnenen Daten für Stadtverwaltung und Bevölkerung bieten können.

Zum Einsatz kommt das vorhandene LoRaWAN-Netz der Stadtwerke Crailsheim. LoRaWAN steht für „Long Range Wide Area Network“ und ermöglicht es, vergleichsweise kleine Datenmengen über große Entfernungen energieeffizient zu übertragen. Die Sensoren benötigen dabei nur wenig Strom und können deshalb über längere Zeit, zumeist mehrere Jahre, betrieben werden. Für die Stadt ist die Technik insbesondere dort interessant, wo regelmäßig Messwerte erfasst werden sollen, ohne dass eine aufwendige Verkabelung notwendig ist.

Im Rahmen des aktuellen Tests wurden verschiedene Sensoren installiert. Drei Sensoren erfassen auf dem Karls- und Schlossplatz sowie in der Adam-Weiß-Straße die Belegung von Behindertenparkplätzen – Rückschlüsse, wer dort parkt, sind dabei natürlich nicht möglich. Weitere Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit in städtischen Hochbeeten in der Innenstadt. Hinzu kommen Füllstandssensoren: Drei davon befinden sich in städtischen Mülleimern, ein weiterer misst Veränderungen des Pegelstands der Jagst auf Höhe des Herrenstegs.

Daten erheben, Mehrwert finden
Die technische Umsetzung wurde im Rahmen eines Studienprojekts durch Tom Horeldt, der bei der Stadtverwaltung als Student im Studiengang Digitales Verwaltungsmanagement tätig ist, begleitet. Unterstützt wurde das Projekt zudem vom Baubetriebshof und dem Ressort Mobilität & Umwelt. Für die Auswertung steht der Stadtverwaltung die Datenplattform der Stadtwerke Crailsheim zur Verfügung.

„In der Testphase geht es uns zunächst darum, Daten zu erheben und die Qualität der Übertragung zu überprüfen. Gleichzeitig werden wir die Darstellung auf der Datenplattform, mögliche Alarmierungsfunktionen und weitere technische Anbindungen testen“, fasst Kai Hinderberger, Leiter des Ressorts Digitales & Kommunikation, den Versuch zusammen. Entscheidend sei, so Hinderberger, aber auch die Frage, welchen praktischen Mehrwert die erhobenen Daten tatsächlich bieten.

Bei den Parksensoren könnten die Informationen künftig beispielsweise Aufschluss über die Auslastung geben. Denkbar wäre zudem, zukünftig Belegungsdaten über ein öffentliches Datenportal bereitzustellen und so freie beziehungsweise belegte Parkplätze in Echtzeit sichtbar zu machen. Der Einsatz von Sensoren zur Pegelmessung könnte ebenfalls einen großen Mehrwert bieten. Perspektivisch könnten solche Systeme vor allem an Zuflüssen zur Jagst eingesetzt werden, um bei kurzfristigen Pegelstandsänderungen schnell informiert zu werden. Der aktuelle Test, der über mehrere Monate laufen wird, soll nun zeigen, welche Einsatzmöglichkeiten sich daraus für die Stadtverwaltung ergeben.

(Erstellt am 08. Oktober 2026)