Regenbogenland

Der Kreuzberg kommt ins Rollen

Radfahrer auf einem neu gestalteten Pumptrack
Schon vor der offiziellen Eröffnung war auf dem Pumptrack ordentlich was los.

Der neue Pumptrack am Regenbogenland auf dem Kreuzberg ist offiziell eröffnet – und musste auf seine ersten Fans nicht lange warten. Schon am vorangegangenen Wochenende wurde die Strecke von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ausgiebig getestet und rege genutzt.

„Heute sehen wir das Ergebnis: Rund 530.000 Euro investieren wir in den Pumptrack – und das ist gut investiertes Geld.“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer den neuen Pumptrack am Regenbogenland offiziell eröffnet.

Die Anlage ist das Ergebnis eines Prozesses, der bereits 2022 mit der Suche nach einem geeigneten Standort begonnen hatte. Nach mehr als vier Jahren Planung, von der Standortfindung über die Planung bis zur Ausschreibung, ging es beim Bau dann vergleichsweise schnell: Innerhalb von rund sieben Wochen entstand die neue Strecke.

Bei Baustellenbesuchen konnte Projektleiterin Franziska Zumpfe vom Ressort Mobilität & Umwelt dabei immer wieder beobachten, wie groß die Vorfreude war. „Ich habe immer wieder Kinder und Jugendliche sehnsüchtig am Bauzaun stehen sehen und nicht alle konnten abwarten, bis die Anlage freigegeben war“, berichtet sie. „Umso mehr freut es mich, dass seit dem Wochenende hier richtig die Post abgeht und wir den Pumptrack heute nun auch ganz offiziell eröffnen.“

Viele Ideen für die Strecke
Bei der Planung sollten diejenigen zu Wort kommen, die den Pumptrack später auch nutzen. Deshalb wurden Jugendgemeinderat, Mountainbike- und Skateboard-Szene sowie das Jugendbüro beteiligt. Bei einem Workshop im April 2024 brachten 20 künftige Nutzerinnen und Nutzer ihre Wünsche und Ideen ein. Vieles davon ist in die Planung eingeflossen.

Auch die DIMB IG Hohenlohe war als Vertreterin der Fahrradszene in der Region in das Projekt eingebunden und stand der Stadt bei verschiedenen Fragen beratend zur Seite. Bei der Eröffnung zeigte sich Lukas Nitsch, Vertreter des DIMB, angetan vom Ergebnis: „Die Anlage kann sich wirklich sehen lassen und ist überregional herausragend.“ Er bedankte sich zugleich bei der Stadt und insbesondere bei Projektleiterin Franziska Zumpfe für die gute Zusammenarbeit und die kontinuierliche Information während der Planungs- und Bauphase. Zum Abschluss hatte er noch einen wichtigen Rat für alle künftigen Nutzer parat: Die Anlage solle in Ehren gehalten werden – und „zieht immer einen Helm auf und nehmt Rücksicht aufeinander!“

Kurven, Sprünge und viel Schwung
Der 205 Meter lange Rundkurs bietet abwechslungsreiche Möglichkeiten für Anfängerinnen und Anfänger ebenso wie für erfahrene Fahrerinnen und Fahrer. Für die jüngsten Nutzer gibt es zusätzlich einen eigenen 57 Meter langen Kids-Pumptrack. Die niedrigeren Kurven sorgen dort für geringe Fallhöhen und damit ein geringeres Verletzungsrisiko. Gleichzeitig können Eltern ihre Kinder bequem rund um die Strecke begleiten.

„Sehr wichtig war uns, dass es einen völlig separaten Kids-Pumptrack gibt“, erklärt Zumpfe. „So können Konflikte und Unfälle vermieden und motorische Grundfertigkeiten spielerisch erlernt werden.“ Damit bietet die kleinere Strecke einen sicheren Einstieg in die Welt des Rollsports.

Für erfahrenere Fahrerinnen und Fahrer gibt es unter anderem eine sogenannte Jumpline – eine eigene Strecke mit vier Sprüngen, auf der das Können unter Beweis gestellt werden kann. Sie ist vom übrigen Rundkurs getrennt, um Konflikte mit anderen Nutzern zu vermeiden. Zwei sogenannte Wallrides, also steil aufragende Fahrflächen, sowie verschiedene Möglichkeiten, zwischen den Streckenabschnitten zu wechseln, sorgen für zusätzliche Herausforderungen.

Zwei Männer und eine Frau stehen am Rand eines Pumptracks und lächeln in die Kamera
Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer (von links) eröffnete die Anlage offiziell im Beisein von Lukas Nitsch und Franziska Zumpfe.

Neuer Baustein fürs Regenbogenland
Der Pumptrack ergänzt den bestehenden Spielplatz, das Kunststoffspielfeld und die Calisthenics-Anlage. Letztere ist bereits seit Mai 2025 in Betrieb und wird ebenfalls sehr gut angenommen. „Mit dem Pumptrack, aber auch mit der im vergangenen Jahr eröffneten Calisthenics-Anlage haben wir niedrigschwellige Bewegungsangebote und Treffpunkte im öffentlichen Raum geschaffen“, sagt Zumpfe. „Im Mittelpunkt steht der Spaß an der Bewegung und die soziale Interaktion.“

Damit entsteht am Rand des Kreuzbergs ein vielseitiger Bewegungsraum, der nicht nur Sport, sondern auch Aufenthalt und Begegnung miteinander verbindet. Aufenthaltsflächen mit Sonnensegeln bieten dabei Möglichkeiten zum Ausruhen und Zuschauen.

Bau bei mehr als 30 Grad
Die eigentliche Bauzeit war kurz, die Bedingungen allerdings alles andere als einfach. Von Anfang Juli bis Mitte August herrschten über weite Strecken Temperaturen von mehr als 30 Grad. Insbesondere der Handeinbau des heißen Asphalts war für die Bauarbeiter eine enorme Belastung.

Gebaut wurde auf einer Fläche, die bereits versiegelt und asphaltiert war und zuvor als Basketballplatz diente. Der vorhandene Asphalt wurde aufgefräst und im Unterbau des neuen Pumptracks wiederverwendet. Unter der Strecke liegen je nach Bereich zwischen 35 und 135 Zentimeter Recyclingschotter als Frostschutz- und Tragschicht. Zusätzlich wurden Entwässerungsleitungen verlegt, über die das Regenwasser in eine Retentionsfläche eingeleitet wird.

Geplant und gebaut wurde die Anlage von der im Allgäu ansässigen Firma Schneestern. Die Firma Zäh Gartengestaltung aus Wassertrüdingen übernahm die vorbereitenden Arbeiten, darunter die Entwässerung und das Schotterplanum, und unterstützte kurzfristig auch bei der Beleuchtung.

Viel Grün bleibt erhalten
Auch die Umgebung wurde bei der Planung berücksichtigt. Die Bäume im Bereich des Kids-Pumptracks konnten erhalten bleiben. Zwei Ahornbäume werden versetzt, im Herbst kommen fünf weitere Bäume und rund 100 Sträucher hinzu. Die Beleuchtung wird derzeit noch fertig installiert, damit die Strecke auch genutzt werden kann, wenn es in den kommenden Monaten wieder früher dunkel wird.

Oberbürgermeister Grimmer dankte allen Beteiligten, die das Projekt begleitet und umgesetzt haben. „Denn wir schaffen damit einen öffentlichen Ort, der ohne feste Trainingszeiten genutzt werden kann. Einen Ort, an dem Bewegung Spaß macht, an dem man Sachen ausprobieren, besser werden und andere treffen kann.“

Nun liegt es vor allem an den Nutzerinnen und Nutzern, dass das so bleibt. „Ich wünsche mir, dass alle Rücksicht aufeinander nehmen und die Anlage pfleglich behandeln.“

(Erstellt am 15. September 2026)