Stadtranderholung

Freizeit wegen EPS abgebrochen

Kinder auf einem Spielplatz umgeben von Wald
Die Stadtranderholung am Waldspielplatz ist sowohl vom Wetter als auch von der Natur abhängig.

Ein starker Befall des Eichenprozessionsspinners (EPS) führt zum vorzeitigen Ende der diesjährigen Stadtranderholung. Stadtverwaltung und Jugendbüro bedauern dies sehr. Gleichzeitig konnte kurzfristig eine Notbetreuung für 65 Kinder organisiert werden. Bereits vor Beginn der Freizeit waren umfangreiche Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden. Das heiße Wetter hat die Belastung durch den ESP zuletzt aber begünstigt.

Das Gesundheitsamt hatte die Entscheidung am Montag gefällt. Zuvor waren bei mehreren Kindern Hautreaktionen nach Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner aufgetreten. Aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Bewertung wurde entschieden, die zweite Woche der Stadtranderholung vorsorglich zu beenden.

Stadtverwaltung und Jugendbüro verstehen und unterstützen diese Entscheidung, bedauern das vorzeitige Ende aber insbesondere für die Kinder und Familien sehr.

Notbetreuung wird eingerichtet
Eine gute Nachricht gibt es dennoch für einen Teil der betroffenen Familien: Die Kolleginnen und Kollegen des Jugendbüros konnten kurzfristig eine Notbetreuung für 65 Kinder organisieren. Diese wird im Jugendbüro und in der Karlsberghalle angeboten. Die Eltern wurden bereits angeschrieben. Das Angebot soll vor allem Familien unterstützen, die sich auf die Stadtranderholung verlassen haben und kurzfristig keine andere Betreuung organisieren können. Zudem hat das Busunternehmen Marquart kurzfristig den bestehenden Busfahrplan zur Stadtranderholung an die neuen Gegebenheiten angepasst.

Am Dienstag, 11. August, fand die Stadtranderholung noch einmal statt. Damit hatten die Eltern zusätzlich die Möglichkeit, sich auf die veränderte Betreuungssituation einzustellen. Ab dem morgigen Mittwoch ist die Freizeit für dieses Jahr beendet.

Umfangreiche Vorsorge vorab
Der Eichenprozessionsspinner war dem Organisationsteam bereits vor Beginn der Stadtranderholung bekannt. Das Gelände wurde deshalb vor der Freizeit durch den städtischen Baubetriebshof erneut gegen den Eichenprozessionsspinner behandelt.

Die regelmäßigen Gespräche des Lagerteams mit dem Förster des Stadtwalds dienten dazu, sich über die Situation im Wald und mögliche Gefahren zu informieren. Dabei war auch der Eichenprozessionsspinner Thema. Aufgrund des sehr trockenen Frühjahrs konnte er sich in diesem Jahr allerdings stärker als gewöhnlich ausbreiten.

Die Betreuerinnen und Betreuer wurden gezielt vorbereitet. Im Rahmen eines Erste-Hilfe-Kurses erhielten sie Informationen über mögliche Reaktionen auf den Eichenprozessionsspinner und entsprechende Erstmaßnahmen. Für die Kinder standen selbst mitgebrachte Wechselkleidung und eine Erste-Hilfe-Station zur Verfügung. Bei Hautreaktionen konnten betroffene Stellen dort mit sauberem Wasser gereinigt und anschließend die Wechselkleidung angezogen werden. Zur Linderung des Juckreizes standen außerdem ausreichend Kühlakkus bereit. Bei Hautreaktionen standen damit Erste-Hilfe-Maßnahmen und Möglichkeiten zur Linderung der Beschwerden zur Verfügung. Die Eltern wurden bereits vor Beginn der Stadtranderholung über den Eichenprozessionsspinner informiert.

Beim Aufenthalt im Wald galten von Anfang an besondere Regeln: Ein Lagerbau mit Ästen aus dem Wald war nicht erlaubt, im Unterholz durfte nicht gespielt werden. Die Kinder sollten auf den Wegen bleiben, um den Kontakt mit möglichen Raupen und deren Gespinst möglichst zu vermeiden.

Eichenprozessionsspinner an einem Baum
Der Eichenprozessionsspinner wird im Vorfeld immer bekämpft, in diesem Jahr hat es ihm die warme Witterung sehr leicht gemacht – trotz weiterer Maßnahmen direkt vor der Freizeit.

Reaktionen unterschiedlich stark
In der ersten Woche der Stadtranderholung kam es bei mehreren Kindern zu Reaktionen. Bei etwa 15 Kindern zeigte sich ein stärkerer Ausschlag, bei den anderen Kindern traten die Reaktionen lediglich an einzelnen Stellen auf. Am gestrigen Montag reagierten vier Kinder mit Ausschlag. Bei rund 150 Kindern pro Woche war damit nicht jedes Kind von einer Reaktion betroffen. Die Situation wurde fortlaufend beobachtet und bewertet. Nach der aktuellen Entwicklung und der Einschätzung des Gesundheitsamtes wurde dann entschieden, die Stadtranderholung vorzeitig zu beenden.
Die Stadtverwaltung bedauert das und informiert die Eltern gesondert über die Erstattung der Teilnahmebeiträge.

Die vorliegenden Informationen zeigen damit auch, dass einige der im Zusammenhang mit dem Abbruch aufgekommenen Gerüchte nicht den Tatsachen entsprechen. Weder waren alle Kinder betroffen noch hatte die Stadtverwaltung eine vorherige Behandlung des Geländes abgelehnt. Auch für Darstellungen über Kinder, die wegen Atemnot ins Krankenhaus gebracht worden seien, liegen der Stadt keine entsprechenden Erkenntnisse vor.

Eltern über Abbruch informiert
Die Eltern wurden am Montagabend per E-Mail über die aktuelle Situation und den bevorstehenden Abbruch informiert. Am Dienstag bestand letztmalig die Möglichkeit, die Kinder zur Stadtranderholung zu bringen. Wer dies nicht wollte, konnte das Jugendbüro über das Lagerhandy oder per E-Mail informieren. Über die Notbetreuung für 65 Kinder wurde gesondert informiert.
Zum bereits entrichteten Teilnahmebetrag werden sich Stadt und Jugendbüro noch bei den Eltern melden. Zunächst ging und geht es darum, den Abbruch der Stadtranderholung und die weitere Betreuung möglichst geordnet zu organisieren.

Stadt und Jugendbüro bedauern sehr, dass die Stadtranderholung in diesem Jahr vorzeitig beendet werden muss. Gleichzeitig wird alles darangesetzt, die betroffenen Familien in dieser kurzfristig entstandenen Situation bestmöglich zu unterstützen.

(Erstellt am 12. August 2026)