Jugendkonferenz

Ergebnisse und Wünsche vorgestellt

Eine Gruppe Jugendlicher steht vor einer Leinwand für ein Foto bereit
Die Ergebnisse der ersten Crailsheimer Jugendkonferenz, eine gemeinsame Initiative des Lise-Meitner-Gymnasiums, des Crailsheimer Jugendbüros sowie des Jugendgemeinderats, wurden im Ratssaal vorgestellt.

Vor Kurzem wurden im Crailsheimer Ratssaal die Ergebnisse der ersten Crailsheimer Jugendkonferenz der Öffentlichkeit und lokalen Entscheidungsträgern präsentiert. Die Konferenz, die am 26. März am Lise-Meitner-Gymnasium stattfand, bot Schülerinnen und Schülern verschiedener Schulen eine Plattform, um sich zu für sie relevanten Themen auszutauschen und konkrete Anregungen zu formulieren.

Die Jugendkonferenz war eine gemeinsame Initiative des Lise-Meitner-Gymnasiums, des Crailsheimer Jugendbüros sowie des Jugendgemeinderats. Ihr Ziel ist die Förderung von Jugendbeteiligung und Demokratiebildung, indem sie junge Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und Schularten zusammenbringt. An der ersten Konferenz beteiligten sich das Albert-Schweitzer-Gymnasium, die Realschule zur Flügelau, die Realschule am Karlsberg, die Eichendorffschule und das Lise-Meitner-Gymnasium.

Bei der öffentlichen Vorstellung der Ergebnisse im Ratssaal waren neben Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer unter anderem auch Schulleiter sowie Stadträtinnen und Stadträte anwesend. Katharina Merz, Leiterin des Jugendbüros, dankte dem Jugendgemeinderat für die Vorbereitung und Moderation der Jugendkonferenz sowie allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Mitinitiator der Jugendkonferenz war Jonas Förtsch, Lehrer am Lise-Meitner-Gymnasium. „Die Jugendkonferenz ist ein konkretes Angebot des demokratischen Handelns,“ betonte Förtsch und betonte auch, wie wichtig es sei, die Schülerinnen und Schüler in den rationalen Diskurs einzubinden. Dabei sei es auch wichtig, den konstruktiven Umgang mit anderen Interessen zu erlernen.

World-Café mit Thementischen
Moderiert wurde die Jugendkonferenz durch den Jugendgemeinderat, auch die Auswahl der übergeordneten Themen und Leitfragen kam aus dem Jugendgremium. Der Vorsitzende Moritz Thiel moderierte auch die Ergebnispräsentation und ging zu Beginn des Abends kurz auf das für die Konferenz gewählte Modell eines World-Cafés ein. Damit war es jeder Schülerin und jedem Schüler möglich, sich zu verschiedenen Themenbereichen einzubringen. Am Ende der Jugendkonferenz wurde für jeden der acht Thementische abgestimmt, welche drei Ergebnisse vorgestellt und an die Politik weitergegeben werden sollen.

Die vorgestellten Ergebnisse gliederten sich in mehrere Themenbereiche. Ein Schwerpunkt lag auf dem Feld der schulischen und politischen Bildung. Die Jugendlichen äußerten den Wunsch nach praxisnahen Unterrichtsinhalten wie Finanzen, Steuern und Verträgen. Im Bereich der politischen Bildung wurden Formate wie Debattierclubs sowie eine stärkere Thematisierung des Jugendgemeinderats und von politischen Programmen der Parteien im Unterricht angeregt. Zudem wurde der Wunsch nach einer besseren digitalen Ausstattung der Schülerschaft im Sinne der Bildungsgerechtigkeit geäußert.

Freizeit und Umwelt
Ein weiteres wichtiges Themenfeld war die Gestaltung des städtischen Lebens und der Freizeitangebote. Die Teilnehmenden sprachen sich für die Schaffung von mehr öffentlichen Treffpunkten aus, sowohl im Freien als auch in Form von Indoor-Räumen. Angeregt wurden zudem die Erweiterung und Modernisierung von Sportanlagen wie Bolzplätzen oder einer Halfpipe. Auch gemeinsame Ausflüge für Jugendliche sowie faire Preise für Aktivitäten, aber auch Vereinsmitgliedschaften wurden benannt.

Klima und Umwelt waren ebenfalls wichtige Themen für die Jugendlichen. Neben weiteren Mülleimern für mehr Recyclingmöglichkeiten waren auch Pfandsammelboxen an Schulen und eine grüne Gestaltung von Pausenhöfen und der Innenstadt wichtige Punkte. Im Zusammenhang mit der Aufenthaltsqualität in der Stadt wurde auch das Thema Sicherheit behandelt. Zur Verbesserung des Sicherheitsempfindens wurden eine bessere Beleuchtung an öffentlichen Orten sowie eine sichtbarere Präsenz von Sicherheitsdiensten vorgeschlagen – insbesondere auch am ZOB und am Bahnhof.

Busverbindungen und WLAN
Auch die Bereiche Mobilität und Infrastruktur wurden intensiv diskutiert. Hier formulierten die Jugendlichen den Wunsch nach einem günstigeren öffentlichen Nahverkehr und besseren Busverbindungen, insbesondere in den Abendstunden und in abgelegenere Stadtteile. Auch eine bessere Anpassung der Fahrzeiten an die Unterrichtszeiten wurde gewünscht. Im Bereich der digitalen Infrastruktur wurde der Bedarf an besserem und kostenlosem WLAN an öffentlichen Orten genannt. Zudem sprachen sich die Jugendlichen für eine Social Media Altersbeschränkung bis 14 Jahre aus.

Die gesammelten Ergebnisse wurden dokumentiert und bieten nun eine Grundlage für die weitere Auseinandersetzung in den zuständigen kommunalen Gremien. Die Veranstalter der Jugendkonferenz planen im nächsten Schritt eine Evaluation, um das Format weiterzuentwickeln – schließlich soll sich die Jugendkonferenz dauerhaft in Crailsheim etablieren und als Plattform für Schülerinnen und Schüler dienen, um ihre Wünsche und Themen zu platzieren.

(Erstellt am 05. Mai 2026)