Weiterbildung

Meisterabschluss für Baubetriebshof-Mitarbeiter

Fünf Männer stehen lächelnd für ein Foto bereit
Anerkennung für eine erfolgreiche Weiterbildung (von links): Georg Töws, Leiter des Ressorts Verwaltung, Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer, die beiden Absolventen Henning Spieler und Michel Reißig sowie Baubetriebshofleiter Eberhard Held.

Zwei Mitarbeiter im Baubetriebshof, Henning Spieler und Michel Reißig, haben als erste Teilnehmer eines neuen Lehrgangs in Süddeutschland ihre Weiterbildung zum „Bachelor Professional“ erfolgreich abgeschlossen. Die beiden Mitarbeiter des Baubetriebshofs erweiterten damit ihre Qualifikationen deutlich – auch mit praktischem Nutzen für die Stadt.

„Es ist keine Kleinigkeit, so etwas anzufangen und dann auch noch so erfolgreich abzuschließen. Vielen Dank, dass Sie beide sich so engagiert für den Baubetriebshof und die Stadt einsetzen.“ Mit diesen Worten hatte Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer die Leistung von Henning Spieler und Michel Reißig gewürdigt, die den ersten Lehrgang dieser Art in Süddeutschland in Kirchheim erfolgreich absolviert hatten.

Spazieren als Ausgleich
Rund ein Jahr lang hatten die beiden Mitarbeiter des Baubetriebshofs Zeit und Energie in die Weiterbildung investiert. Am Ende standen eine Facharbeit sowie eine mündliche Prüfung – und die offizielle IHK-Qualifikation. Auch Georg Töws, Leiter des Ressorts Verwaltung, gratulierte anerkennend und betonte den Wert des Abschlusses: „Die beiden sitzen ohnehin auf Meister-Stellen. Und das tolle Ergebnis bestätigt das jetzt offiziell.“

Der Weg dorthin war anspruchsvoll. Etwa 20 Teilnehmende hatten den Kurs besucht, viele von der Autobahn GmbH des Bundes, einige aus Kommunen. Da es sich um einen Premierenlehrgang handelte, lief nicht alles reibungslos. Zusätzliche Seminare verlängerten die Ausbildungszeit. „Da saßen wir dann auch am Freitagnachmittag und samstags“, berichtete Michel Reißig. Für beide, die vor allem körperliche Arbeit gewohnt sind, sei das eine Umstellung gewesen. „Wir sind dann oft in den Pausen spazieren gegangen“, grinste Henning Spieler.

Weiterbildung keine Kleinigkeit
Trotz der zusätzlichen Belastung blieben beide im Arbeitsalltag präsent. Im Winter unterstützten sie sogar den Winterdienst, wenn Personal fehlte. „Das war wirklich richtig toll von den beiden“, sagte Baubetriebshofleiter Eberhard Held, der die Weiterbildung angestoßen hatte. „Die beiden haben zuvor schon Arbeiten erledigt, die weit über ihrem Aufgabengebiet lagen. Da musste einfach die Weiterbildung her.“ Organisiert wurde diese schließlich durch das Ressort Verwaltung, während Spieler und Reißig an mehr als 100 Tagen erneut die Schulbank drückten. Dass das so viele Jahre nach der eigentlichen Schulzeit keine Kleinigkeit war, darüber waren sich beide einig.

Inhaltlich durchliefen sie verschiedene Lehrgänge, etwa zur Baum- und Spielplatzkontrolle, und erweiterten damit ihre fachlichen Kompetenzen. Mit dem Abschluss dürfen sie jetzt ausbilden und könnten auch den Baubetriebshof leiten. Wer diese Rolle übernimmt? „Beim Schnickschnackschnuck steht es noch unentschieden“, lachten beide.

Großer Nutzen für die Stadt
Auch ihre Abschlussarbeiten lieferten konkrete Ansätze für den Baubetriebshof. Spieler beschäftigte sich mit einem Spezialfahrzeug zur effizienteren Reparatur von Straßenschäden. „Das lassen wir uns jetzt mal genau zeigen“, kündigte Held an. Reißig untersuchte die Herstellung von Parkbänken und verglich Eigenproduktion mit Fremdbezug. Sein Ergebnis: Die Kosten seien ähnlich, die Eigenfertigung aber flexibler, nachhaltiger und unabhängiger – auch durch die Nutzung regionaler Ressourcen wie des Stadtwaldes.

Die Weiterbildung war spannend und lehrreich, trotzdem: „Endlich haben wir das erfolgreich abgeschlossen“, sagte Spieler erleichtert. Reißig beschrieb die Zeit danach so: „Es ist ein gutes Gefühl, jetzt ist es rum. Sonst war da immer der Gedanke, ‚ich muss lernen, ich muss lernen'.“

Nach ihrer Rückkehr wurden beide im Baubetriebshof herzlich empfangen. Kolleginnen und Kollegen hatten Präsente vorbereitet. „Es ist einfach eine gute Truppe“, sagte Reißig – und Spieler nickte zustimmend.

(Erstellt am 27. April 2026)