Call a Bike

Probebetrieb startet zum 1. Mai

Ein Mann und eine Frau fahren auf Fahrrädern von einer Brücke
Mit dem neuen nachhaltigen Angebot kommt jeder flexibel von A nach B.

Ein neues Mobilitätsangebot rollt nach Crailsheim: Zum 1. Mai startet das Bikesharing-System Call a Bike zunächst für ein Jahr befristet. An sieben Standorten stehen dann Leihräder bereit – als neues Angebot zwischen Bus, Bahn und individuellem Verkehr. Dazu werden Partner für das Angebot „DB Rad+“ gesucht.

Wer ab Mai am Bahnhof ankommt, in die Innenstadt möchte oder für den Weg zur Arbeit eine flexible Alternative sucht, soll in Crailsheim künftig einfacher umsteigen können: Mit dem Start von Call a Bike kommt erstmals ein öffentliches Bikesharing-System in die Stadt. Der Einstieg erfolgt zum 1. Mai mit einem auf ein Jahr angelegten Pilotprojekt.

Grundlage dafür war ein Antrag aus dem Gemeinderat, auf dessen Basis das Projekt beraten und beschlossen wurde. Für die zunächst einjährige Testphase arbeitet die Stadt mit Deutsche Bahn Connect als Anbieter und Betreiber des Systems zusammen. Für Betrieb und Umsetzung fallen im Projektzeitraum kommunale Kosten an, mit denen das neue Mobilitätsangebot erprobt werden soll.

Sieben Standorte zum Start
Sieben Standorte bilden zum Start das Netz: am Bahnhof, in der Innenstadt am Karlsplatz, an der Jahnhalle und am Stadion, in der Ellwanger Straße, an der Haller Straße am McKee-Platz, in der Roßfelder Straße sowie in der Ludwig-Erhard-Straße. Gerade die Verteilung zeigt das Konzept hinter dem Angebot: Es verbindet zentrale Punkte, Wohngebiete, Industrie- und Gewerbestandorte sowie wichtige Ziele des Alltags.

Der Fokus liegt auf der sogenannten Anschlussmobilität – also auf Wegen, bei denen Bus und Bahn ergänzt werden. Genau darin liegt ein Kern des Systems, das von Deutsche Bahn Connect betrieben wird. Call a Bike gehört mit rund 15.500 Rädern in über 45 deutschen Kommunen zu den etablierten Bikesharing-Angeboten in Deutschland.

Verknüpfung mit Bus und Bahn
Für Crailsheim ist der Neustart zugleich ein Test, wie gut sich ein solches Angebot in den Alltag integrieren lässt. Erfolgreiches Bikesharing lebt nach Einschätzung von Fachleuten vor allem von guter Erreichbarkeit, einfacher Nutzung und einer engen Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Genau darauf setzt auch das Crailsheimer Modell.

Die Einbindung in bestehende Mobilitätsstrukturen war auch ein zentraler Aspekt in den Beratungen: Das Angebot soll den öffentlichen Nahverkehr ergänzen und zusätzliche Wege innerhalb der Stadt flexibler machen.

eine Hand hält ein Smartphone, im Hintergrund sind Fahrräder zu sehen
Über eine Call a Bike-App kann das Fahrrad bequem mit verschiedenen Tarifen ausgeliehen werden.

So funktioniert das System
Die Nutzung funktioniert digital über die Call a Bike-App: registrieren, ein verfügbares Rad in der Karte auswählen oder per QR-Code entsperren, losfahren. Auch Zwischenstopps lassen sich über die Pausenfunktion organisieren, zurückgegeben wird das Rad in einer Rückgabezone nahe des Ziels. Unterschiedliche Tarife ermöglichen dabei eine flexible Nutzung – je nach Bedarf von kurzen Fahrten bis hin zu längeren Ausleihen. Pro Nutzerin oder Nutzer können gleichzeitig bis zu vier Fahrräder ausgeliehen werden, was das Angebot auch für gemeinsame Wege attraktiv macht. Zum Start ist zudem eine Einführungsaktion geplant: In den ersten zwei Wochen steht ein Gutschein für die Nutzung zur Verfügung.

Auch technisch setzt das System auf moderne Ausstattung: Die Räder verfügen über eine neue Schlossgeneration mit LTE-M-Technologie, einen tiefen Einstieg für komfortables Fahren, einen Frontkorb mit bis zu zehn Kilogramm Zuladung sowie eine robuste Bauweise für den täglichen Einsatz. Hinter dem sichtbaren Angebot steht zudem ein umfangreicher Service mit Wartung, Flottenmanagement, digitaler Infrastruktur und Kundenservice.

Mehr als ein Verkehrsangebot
Warum Städte verstärkt auf solche Angebote setzen, zeigen aktuelle Zahlen: Laut einer Studie von EIT Mobility aus dem Jahr 2025 mit Daten aus 150 Städten kann Bikesharing unter anderem zur Verringerung von Staus beitragen, CO₂ einsparen und aktive Mobilität fördern. Auch wirtschaftliche Effekte und Entlastungen im Verkehr werden genannt.

Diese Entwicklung greift nun auch Crailsheim auf. Besonders die Standorte in der Ellwanger Straße oder an der Ludwig-Erhard-Straße zeigen, dass das Angebot nicht nur für Freizeitfahrten gedacht ist, sondern auch Wege zu Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Arbeitsplätzen in den Blick nimmt. Der Bahnhof als zentraler Knotenpunkt wird dabei zur Schnittstelle zwischen Schiene und Fahrrad.

Mit dem Start zum 1. Mai beginnt damit nicht nur ein neues Verleihsystem, sondern ein befristeter Praxistest für eine andere Form von Mobilität in Crailsheim – sichtbar im Stadtbild, per App nutzbar und verteilt über sieben Stationen in der Stadt.
Tradition im Blut. Innovation im Kopf. Hohenlohe im Herzen.

Weitere Informationen sind online unter www.callabike.de zu finden. Hier wird das System nochmals erklärt und die verschiedenen Tarife sind einsehbar.

Partner für DB Rad+ gesucht
Die Stadt will den Radverkehr insgesamt weiter stärken – und setzt dabei zusätzlich auf die App „DB Rad+“. Nutzerinnen und Nutzer können damit ihre Fahrradkilometer per Tracking sammeln und wie eine Währung bei lokalen Partnern gegen Prämien eintauschen oder für gemeinnützige Zwecke spenden. Aktionen, Challenges und Gemeinschaftsziele sorgen zusätzlich für Motivation. Bundesweit machen bereits über 80.000 Menschen mit, mehr als 200 Unternehmen sind beteiligt.

Gleichzeitig liefert die App anonymisierte Daten, die Crailsheim als Kommune bei der Planung der Radinfrastruktur helfen – etwa bei der Standortwahl von Reparaturstationen oder der Optimierung von Ampelschaltungen.

Damit das Angebot vor Ort wächst, sucht die Stadt nun Betriebe, Unternehmen und Dienstleister als Prämienpartner. Sie profitieren von mehr Sichtbarkeit und neuen Kundenkontakten und unterstützen zugleich klimafreundliche Mobilität. Interessierte können sich bei der Stadt melden, Ansprechpartnerin ist Klimaschutzmanagerin Helene Urbain, per Mail an helene.urbain@crailsheim.de oder telefonisch unter 07951 403-1373.

(Erstellt am 27. April 2026)