29. Kulturwochenende

Mitreißende Musik trifft auf Kunst an allen Ecken

eine Musikergruppe sitzt um eine Picknickdeckeherum
Das Legiana Collective, eine moderne Folkband aus den Niederlanden, sorgt für einen mitreißenden musikalischen Auftakt zur Eröffnung des Kulturwochenendes am Donnerstag, 23. Juli.

Unter dem Motto „Schall und Auch!“ wird das 29. Kulturwochenende am 23. Juli von Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer im Spitalpark um 19.30 Uhr eröffnet. Dann folgen drei Tage vollgepackt mit kultureller Vielfalt unter freiem Himmel.

Den musikalischen Auftakt nach der Eröffnung übernimmt das Legiana Collective, eine moderne Folkband aus den Niederlanden. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus unterschiedlichen Ländern wie Holland, Spanien, Italien und Dänemark – und so vielseitig ist auch ihre Musik. Mit einer unbändigen Spiel- und Lebensfreude spielen sie sich in kurzer Zeit in die Herzen des Publikums, so dass der Funke schnell überspringt.

Seit sie vor einigen Jahren erstmals auf der Straße zusammenspielten, verwandeln sie Folkmusik in eine große Party – für das Publikum, aber auch für sich selbst. Als Kollektiv verschmelzen sie auf ihren akustischen Instrumenten wie Violine, Cello, Gitarre, Mandoline, Jarana, Akkordeon und Percussion die unterschiedlichsten Folktraditionen Nord- und Osteuropas, des Mittelmeerraums sowie Lateinamerikas in einer unglaublichen Dynamik.

Im Zentrum steht immer der vierstimmige, kraftvolle Harmoniegesang der Sängerinnen. Ganz im Sinne der früheren Troubadoure erzählen sie Geschichten von Liebe, Rache, Freiheit, der See, dem Wald oder dem Tod in den unterschiedlichsten Sprachen mit schnellen Rhythmen, die zum Tanzen einladen. Der musikalische Auftakt wird also zu einer Art Reise in verschiedene Länder – ein mitreißendes, aufregendes Konzert.

Bis Sonntagabend wird dann wieder allerhand Kultur und Festivalstimmung geboten sein. In den kommenden Ausgaben des Stadtblatts wird das Programm der einzelnen Tage näher erläutert.

Sehenswerte Ausstellungen
Kenner des Kulturwochenendes wissen, dass zum KuWo nicht nur die Auftritte der Künstlerinnen und Künstler gehören, sondern auch das Programm drum herum. Kunst, beispielsweise, und davon nicht zu wenig.

So stellt der Holzbildhauer Thomas Hildenbrand seine Skulpturen unter dem Titel „Vom Stürzen und Fliegen“ vom 3. Juli bis 8. September in der Gottesackerkapelle auf dem Ehrenfriedhof aus. Seine Figuren erzählen von ihm und seiner Suche nach dem Menschsein, „vom Stürzen und Fliegen“, wie er es selbst nennt. Kraftvoll und schwelgerisch, aber auch brüchig und zart sind seine Menschenbilder, die einen Bogen spannen vom gotischen Schnitzaltar bis zur Popkultur der heutigen Zeit.

Noch mehr Kunst ist im Innovationsraum INCH2, dem Pop-up-Store in der Lange Straße 21, geboten. Hier stellt die Crailsheimer Künstlerinitiative unter dem Titel „Reminiszenzen“ vom 22. Juli bis 14. August aus. Die Ausstellung würdigt die prägenden Initiatoren des Crailsheimer Kulturwochenendes – Gerhard Frank, Rainer Herold, Manfred Hotter, Roland May und Ernst Stutz – und präsentiert zugleich Werke ihres künstlerischen Schaffens.

Gemälde, Collagen und Fotografie
Auch im Stadtmuseum geht es um Kunst, und zwar um die von Gustav Schleicher (1887 – 1973), dem Architekten des Crailsheimer Wiederaufbauplans. Hier werden von 11. Juli bis 13. September Gemälde und Aquarelle zu sehen sein, die einen neuen Blick auf Gustav Schleicher eröffnen. Die ausgestellten Werke stammen aus einer Stuttgarter Privatsammlung und umfassen Arbeiten bis in die 1970er Jahre. Die Ausstellung zeigt Schleicher als vielseitigen Künstler mit Arbeiten vom Spätimpressionismus bis hin zu expressiven und abstrakten Kompositionen. Ab 1946 leitete Schleicher den Wiederaufbau der stark zerstörten Stadt und prägte mit seinem Stadtbauplan den Grundstein für die heutige Crailsheimer Innenstadt.

Eine weitere Künstlerin wird ab 17. Juli in den Räumen der Sparkasse Crailsheim zu sehen sein: Veronica Solzin stellt dort unter dem Titel „Imaginationen“ ihre flächigen Farbfelder aus. Mit reinen Farbtönen, Asche, Sand und Collage-Elementen erschafft sie imaginäre Landschaften aus Gesehenem und Erspürtem. Die Ausstellung ist bis 10. September zu sehen.

Außerdem hat im Pop-up-Store Kultur.Gut. noch bis 26. Juli die Ausstellung „Spuren im Licht“ von Jeanette Hippelein und Monika Sigloch geöffnet. Die beiden Künstlerinnen aus Wallhausen und Schwäbisch Hall präsentieren dabei in einem gelungenen Gegeneinander und Miteinander eine spannende und gleichzeitig sich ergänzende Bilderwelt. Das Licht erscheint als verbindendes Element, mal als leuchtende Kraft, mal als Spuren des Vergangenen.

Und auch die Fotografie darf nicht fehlen: Im Arkadenforum sind vom 15. Juli bis 30. August die Lochkamera-Fotografien von Stefan Labude unter dem Titel „camera obscura“ ausgestellt. Das Fotografieren mit der Lochkamera ist eine Technik, die bis in die Antike zurückgeht. Die Einfachheit beim Bau einer Lochkamera, die Langsamkeit und Dauer bei der Aufnahme und das Warten auf das Ergebnis machen den besonderen Reiz dieser Form der Fotografie aus. Es entstehen zeitlose, entschleunigte Aufnahmen, deren reale Motive verfremdet wirken und die eine ganz eigene, malerische Bildästhetik aufweisen.

Info: Eröffnung des Kulturwochenendes ist am Donnerstag, 23. Juli, um 19.30 Uhr im Spitalpark durch Oberbürgermeister Dr. Christoph Grimmer. Weitere Informationen wie Künstlerporträts, das komplette Programm und alle Infos rund um das Festival sind auf der Website unter www.kulturwochenende-crailsheim.de zu finden. Das aktuelle Programm ist unter dem Menüpunkt „Programm“ veröffentlicht.

(Erstellt am 24. Juni 2026)