Schüleraustausch

Zwischen Schulbank und Basketball

eine augenscheinliche Familie steht auf einem hell erleuchteten Weihnachtsmarkt für ein Foto bereit
Von Crailsheim über Rothenburg bis Stuttgart: Kingstin Nguyen entdeckte im Dezember mit seiner Gastfamilie die Vielfalt der Weihnachtsmärkte und sammelt festliche Eindrücke in der Adventszeit.

Seit rund einem halben Jahr ist Austauschschüler Kingstin Nguyen nun in Crailsheim. Zwischen Schulalltag, Weihnachtsmärkten, Musik, Sport und vielen neuen Freundschaften wird seine Zeit in Deutschland zu einer unvergesslichen Erfahrung.

In einem anderen Land zu leben, bringt einem Dinge bei, die kein Schulbuch vermitteln kann. Crailsheim war für mich eine wunderbare Erfahrung und hat meine Sicht auf die Welt sehr verändert. Die Kultur, das Essen, die Kleidung und vor allem die Menschen haben einen großen Einfluss auf mich gehabt. Es fühlt sich manchmal so an, als würde sich die Welt schneller drehen – einfach weil ich hier so viel Spaß habe. Besonders, seit ich gelernt habe, öfter einfach „Ja“ zu sagen.

In den letzten drei Monaten habe ich bei meiner neuen Gastfamilie in Ilshofen gelebt, der Familie Haas. Es ist ein großes Glück, so eine tolle Gastfamilie zu haben. Meine Gastmutter heißt Valentina und sie ist eine Erzieherin. Ich bin ihr sehr dankbar, denn sie ist für mich wie eine zweite Mutter. Vom ersten Tag an hat sie mich wie ihren eigenen Sohn behandelt. Sie hat mir Taschengeld für die Schule gegeben und mir sehr geholfen, Deutsch zu lernen. Sie war nie gemein zu mir und hat sich immer gut um mich gekümmert. Sie achtet darauf, dass ich viele verschiedene Speisen und Süßigkeiten probiere, ohne mich zu etwas zu zwingen. Außerdem nimmt sie sich immer Zeit, mich abzuholen oder mich zu Orten zu fahren, wo ich hinmuss. Wir haben viele lustige und schöne Gespräche, die manchmal sogar bis Mitternacht gehen – auch an Schultagen.

Ich habe auch zwei Gastschwestern, Angelina und Alissa. Angelina ist meine Klassenkameradin an der Eichendorffschule und sie ist sehr freundlich. Dass ich überhaupt bei der Familie Haas wohnen konnte, liegt daran, dass Angelina ihr Zimmer für mich aufgegeben hat. Das bedeutet mir sehr viel. Sie hat viele Talente, zum Beispiel Kochen, Backen, Schwimmen, und sie bringt mich oft zum Lachen. Ich bin mir sicher, dass wir auch nach meiner Zeit in Deutschland wie Geschwister bleiben werden.

ein Rennsportwagen in einem Museum
Beeindruckende Technik und legendäre Fahrzeuge: Beim Besuch im Porsche-Museum in Stuttgart gab es viel zu entdecken – von historischen Modellen bis zu interaktiven Stationen.

Alissa ist ebenfalls eine großartige Gastschwester. Wir lachen viel und erzählen uns von unserem Tag. Im November haben wir ihren 18. Geburtstag gefeiert. Die Feier war sehr groß, die ganze Familie war da, und ich hatte sehr viel Spaß.

Meine Gastfamilie hat viel gemeinsam unternommen. Ich bin in den Schulferien bei ihnen eingezogen und wir waren zusammen im Schenkenseebad in Schwäbisch Hall schwimmen. Außerdem haben wir das Mercatura Center und die Innenstadt in Aalen besucht.

Im Dezember habe ich viele Weihnachtsmärkte besucht. In Crailsheim war ich mit meiner Gastfamilie, habe Punsch getrunken und Bratwurst gegessen. In Rothenburg ob der Tauber waren wir ebenfalls zusammen auf dem Weihnachtsmarkt. Dort haben wir gebratene Pilze und Pommes gegessen und wieder Punsch getrunken. In Wasseralfingen war ich mit Elfriede, der Austausch-Oma. Wir sind mit einer kleinen Bahn unter der Erde gefahren und haben dort den Weihnachtsmarkt besucht. Ich habe Süßigkeiten probiert und eine Wurst im Brötchen gegessen. Außerdem war ich mit der Schule auf dem Weihnachtsmarkt in Stuttgart. Dort war ich mit meinen Freundinnen Finja und Leonisa, wir sind shoppen gegangen und haben Pizza gegessen.

Zusätzlich habe ich mit der Schule das Porsche-Museum in Stuttgart besucht. Es war sehr beeindruckend. Ich konnte E-Racing ausprobieren und es gab viele schöne Autos sowie interaktive Stationen, zum Beispiel zum Testen der Reaktionszeit.

Der Dezember war der bisher stressigste, aber auch spannendste Monat in Deutschland für mich. Ich war bei drei Merlins-Spielen, besonders das große Weihnachtsspiel hat mir sehr gefallen. Ich habe mit der E-Gitarre in der Aula der Eichendorffschule an der Weihnachtsfeier gespielt, im Ratskeller musiziert und im Januar auch beim Rathaus bei einer wichtigen Veranstaltung gespielt. Außerdem habe ich in einem Chor gesungen und zusammen mit den Klassen 9 und 10 getanzt, bevor die Weihnachtsferien begonnen haben.

Weihnachten haben wir traditionell und sehr schön gefeiert. Eine Freundin von Alissa hat bei uns übernachtet. Besonders aufregend war Silvester, das wir in Altmünster verbracht haben. Wir haben gemeinsam Essen vorbereitet und Feuerwerk gekauft. Um Mitternacht haben wir sehr viele Feuerwerke gezündet. Überall um uns herum, in alle Richtungen, gab es Feuerwerk – direkt über meinem Kopf. Es war ein unglaubliches Erlebnis.

ein junger Mann steht in einer übergroßen hell erleuchteten Weihnachtskugel
Austauschschüler Kingstin Nguyen in der beleuchteten Weihnachtskugel auf dem Crailsheimer Marktplatz.

Ich habe auch viel Zeit mit Freunden verbracht. In den Ferien war ich bei meiner Freundin Julia und ihrer Familie, die mich sehr herzlich aufgenommen hat. Mit meinem guten Freund Matti hatte ich eine Übernachtung, und wir hatten eine tolle Zeit. Mit Klassenkameraden wie Samuel war ich bei Basketballspielen. Außerdem bin ich mit einer großen Freundesgruppe Döner essen gegangen und wir waren gemeinsam asiatisch essen in Crailsheim.

Deutschland hat sehr viel zu bieten, und ich bin froh, all das erleben zu dürfen. Ich trainiere fast jeden Tag im Fitnessstudio, unterstützt von Thomas, dem Vater von Fiona, der aktuellen deutschen Austauschschülerin in Amerika. Freitags gehe ich zum Boxtraining. Jeden Mittwoch habe ich außerdem Deutschunterricht und Gitarrenunterricht an der Musikschule.

Mein Deutsch hat sich seit meiner Ankunft sehr verbessert und wird immer besser. Dafür danke ich allen Menschen um mich herum, die mich unterstützen, motivieren und mir helfen, mich immer besser an das Leben in Deutschland anzupassen.

Für den Rest meiner Zeit hier hoffe ich, noch viele Menschen kennenzulernen, Worthington gut zu repräsentieren und einen positiven Eindruck in Deutschland zu hinterlassen. Wenn ihr mich irgendwo seht, sagt gerne Hallo – das würde mich sehr freuen.

Vielen Dank, dass ich als Austauschschüler in eurem Land sein darf.
Kingstin Nguyen

(Erstellt am 17. Februar 2026)