Stadtradeln
Rekordbeteiligung in Crailsheim
Drei Wochen lang haben Crailsheimer Bürgerinnen und Bürger, Schulen, Vereine und Unternehmen beim Stadtradeln kräftig in die Pedale getreten. Mit fast doppelt so vielen Teilnehmenden wie im Vorjahr und beeindruckenden Kilometerzahlen mischte die Stadt diesmal sogar auf Landkreisebene ganz vorne mit. Besonders überraschend: Ein Schulteam, das erstmals in dieser Stärke antrat, ließ alle anderen weit hinter sich. Der gemeinsame Einsatz für Umwelt, Bewegung und Teamgeist hat Crailsheim in diesem Jahr aufs Siegertreppchen katapultiert.
Drei Wochen lang drehte sich in Crailsheim alles ums Fahrrad – im wahrsten Sinne des Wortes. Am 20. Juli ging das Stadtradeln offiziell zu Ende und verzeichnete in diesem Jahr eine besonders rege Beteiligung. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger, darunter viele Schülerinnen und Schüler, waren engagiert dabei. Noch können Kilometer nachgetragen werden, bevor die finale landkreisweite Auswertung beginnt.
Zeichen für klimafreundliche Mobilität
Mit einer fast verdoppelten Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr und deutlich mehr Teams zeigte Crailsheim ein starkes Zeichen für klimafreundliche Mobilität. Besonders auffällig: Während die Stadt im letzten Jahr noch weit hinter Schwäbisch Hall lag, konnte sie dieses Mal trotz geringerer Einwohnerzahl fast gleichziehen – ein Indiz für die große Motivation in der gesamten Stadtgemeinschaft.
Diese spürbare Dynamik zeigte sich quer durch alle Alters- und Gesellschaftsgruppen. Stadträte, Vereine, Unternehmen, Schulen und viele Bürgerinnen und Bürger traten kräftig in die Pedale. Unter den Schulen ragte in diesem Jahr besonders das Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) heraus. Mit über 17.000 geradelten Kilometern setzte sich das ASG klar an die Spitze – vor den sonst dominierenden Teams großer Unternehmen.
Fünfte Klasse – Spitzenklasse
Einen beachtlichen Anteil an diesem Erfolg hatte die Klasse 5a des ASG. Sie allein radelte stolze 7.094 Kilometer – so viel wie kein anderes Unterteam. Schulsozialarbeiter und stellvertretender Leiter des städtischen Jugendbüros, Dorian Mehrländer, der für alle Klassen die Teams eingerichtet hatte, überraschte die hohe Motivation der Schülerinnen und Schüler: „Ich hätte nie gedacht, dass die 5a, die zum ersten Mal mitmacht, so aktiv dabei ist.“ Unterstützt wurden die Kinder auch von Lehrkräften.
Die Begeisterung innerhalb der Klasse war groß. Viele wollten über ihre Erfahrungen berichten. Einige waren bereits vor dem Stadtradeln regelmäßig mit dem Rad zur Schule gefahren, andere nutzten die Aktion als Anlass, den Schulweg neu zu erproben. Ein zentrales Ziel war für viele, gemeinsam möglichst viele Kilometer zu sammeln.
Radtouren nach der Schule
Die Mobilisierung reichte über die Schule hinaus. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler animierten ihre Eltern und sogar Großeltern zur Teilnahme – oft mit dem Hinweis, dass diese „eh gerne Fahrradfahren“. So wurden viele alltägliche Wege, etwa zum Baden, die sonst mit dem Auto erledigt wurden, kurzerhand auf das Rad verlegt. Auch nach dem Unterricht drehte die Klasse fleißig weitere Runden. Neue Strecken wurden ausprobiert, Freundinnen und Freunde für Radtouren verabredet – selbst der Weg zur Musikschule wurde trotz Instrumenten per Fahrrad zurückgelegt. Ein Schüler sagte: „Es hat erst ein bisschen Überwindung gekostet, aber dann hat es richtig Spaß gemacht.“
Das ASG belohnte die Leistungen seiner Klassen mit einem internen Preis: Die Klasse erhielt ein gemeinsames Frühstück in der Schule – eine Anerkennung, die gleichzeitig motivieren und Freude bereiten soll.
Mehr Rücksicht, weniger Elterntaxis
Bei Gesprächen mit Dorian Mehrländer und der städtischen Klimabeauftragten Helene Urbain thematisierten die Kinder auch den Straßenverkehr. Viele Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse wechseln mit etwa 12 Jahren auf die Fahrbahn – dabei äußerten sie den Wunsch nach mehr Rücksichtnahme von Autofahrenden, besonders an unübersichtlichen Stellen. Außerdem plädierten sie für weniger Elterntaxis und freie Straßenabschnitte vor den Schulen, um mehr Sicherheit für Radfahrende zu gewährleisten.
Aus landkreisweiter Sicht winken auch in diesem Jahr attraktive Preise: Die Kommune mit den meisten Kilometern pro Einwohner erhält einen RadCheck oder einen Radservicepunkt. Für Schulen gelten ähnliche Belohnungen. Zudem warten Gutscheine der Initiative „Heimatkaufen“ im Wert von bis zu 150 Euro auf die fleißigsten Teams und Teilnehmenden.
Das diesjährige Stadtradeln in Crailsheim hat eindrucksvoll gezeigt, wie gemeinsames Engagement für nachhaltige Mobilität aussehen kann. Allein unter der Annahme, dass die Hälfte der insgesamt 32.048 geradelten Kilometer Autofahrten ersetzt hat, wurden rund 3.812 Fahrten mit dem Pkw eingespart – ein wertvoller Beitrag für die Umwelt und die Lebensqualität in der Stadt.