Ausstellungseröffnung
Torsi und Fragmente – Bier, Nowicki, Schlageter
Mit der Ausstellung "Torsi und Fragmente" im Stadtmuseum treten drei Künstlerinnen in einen faszinierenden künstlerischen Dialog: die Bildhauerin Gerda Bier und die Malerin Ilka Nowicki, beide Mitglieder des Hohenloher Kunstvereins, zeigen erstmals gemeinsam mit der Karlsruher Bildhauerin Sybille Schlageter ihre Arbeiten. In eindrucksvollen Skulpturen, Collagen, Zeichnungen und Papierplastiken thematisieren sie Facetten von Endlichkeit, Verwundbarkeit und innerer Widerstandskraft. Die Werke berühren durch ihre Zartheit ebenso wie durch ihre raumgreifende Präsenz. Ausstellungseröffnung ist am 20. Juli.
Die Bildhauerin Gerda Bier und die Malerin Ilka Nowicki, beide Künstlerinnen-Mitglieder des Hohenloher Kunstvereins, stellen erstmals gemeinsam mit der Karlsruher Bildhauerin Sybille Schlageter im Stadtmuseum Crailsheim aus. In der Ausstellung „Torsi und Fragmente“ ergründen die in ihrem künstlerischen Schaffen sehr unterschiedlichen Künstlerinnen das Bruchstückhafte des menschlichen Daseins. Kompakt, verletzlich, zart, raumgreifend – thematisieren Plastiken, Collagen und Zeichnungen existenzielle Kategorien wie Verwundbarkeit und Endlichkeit.
Über die Künstlerinnen und ihre Arbeiten
Gerda Bier, geboren 1943 in Schwäbisch Hall, studierte an der Staatlichen Akademie für Werkkunst und an der Hochschule für Künste in Berlin, seit 1975 ist sie freischaffend, zahlreiche Einzelausstellungen, Werke in öffentlichen Sammlungen und im öffentlichen Raum schuf sie bereits. Sie lebt und arbeitet in Schwäbisch Hall und beschäftigt sich seit Jahren immer wieder mit dem fragmentierten menschlichen Körper. Ihre Torsi und Büsten entstehen aus verzahntem, zusammengeschichtetem Holz und geschweißtem Eisen. Holz- und Eisenteile haben bereits ihre eigene Geschichte.
Gerda Bier verarbeitet Fundstücke: Balken aus alten Häusern oder Teile gebrauchter Werkzeuge. Die mit feiner Patina überzogenen kompakten Körper strahlen Kraft und Ruhe aus. Sie spiegeln den enormen Kraft- und Arbeitsaufwand wider, mit dem die Bildhauerin ihre Werke schafft. Gleichzeitig bleibt aber das Bruchstückhafte und Verbrauchte der einzelnen Materialstücke sichtbar. Die in einer abstrakten Formensprache überführten Torsi und Büsten zeigen so auch Verletzlichkeit und Vergänglichkeit.
Ilka Nowicki, geboren 1956 in Künzelsau, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und unternahm Studienreisen in die USA, Japan, Kamerun, Russland und Estland. Sie widmete sich Lehraufträgen, Kunstvermittlung, Einzel- und Gruppenausstellungen. Ilka Nowicki lebt und arbeitet in Schwäbisch Hall und experimentiert mit Materialien und künstlerischen Methoden.
Feinsinnig, assoziativ und mit Empathie lotet die Künstlerin in ihren „Werkgruppen“ den Menschen mit all seinen vielschichtigen Emotionen und Handlungen aus. Nach dem Abschluss ihres Kunststudiums war Ilka Nowicki am Staatstheater Stuttgart im Bereich Kostüm und Bühnenbild tätig. Ihr Blick auf das Drama „Leben“ komisch, tragisch, trivial wurde hier geschärft. In der gezeigten Werkgruppe „Fragmente“ arbeitet sie mit selbst gefilztem Vlies, Papiercollagen und Schüttungen in pudrig sanfter Farbgebung.
Sibylle Schlageter, geboren 1943 in Karlsruhe, studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, sie beschäftigte sich Lehraufträge an der Fachhochschule für Gestaltung in Würzburg und an der Universität Karlsruhe, hatte zahlreiche Einzelausstellungen und Arbeiten in öffentlichen Sammlungen. Sibylle Schlageter lebt und arbeitet in Ettlingen bei Karlsruhe und ist in der Ausstellung im Stadtmuseum mit Zeichnungen und Plastiken aus Karton und Papier vertreten. Die Bildhauerin und Akademiedozentin entwickelt ihre Form- und Raumgebilde aus der Zeichnung heraus. „Dabei ist es beinahe so, als ob die Zeichnung direkt vor unseren Augen entstünde“, so Dr. Sabine Heilig, Kunsthistorikerin, im Februar 2013 über Schlageter. Die Künstlerin konzentriert sich auf das Wesentliche einer Form, lässt diese oft unvollendet. In ihren feinen Zeichnungen entsteht eine spannungsvolle Dynamik.
Besondere Termine der Ausstellung
Zur Eröffnung der Ausstellung des Hohenloher Kunstvereins, im Beisein der Künstlerinnen, am Sonntag, 20. Juli, um 11.00 Uhr, lädt das Stadtmuseum alle Interessierten herzlich ein. Die Kunsthistorikerin Claudia Scheller-Schacht wird in die Ausstellung einführen.
Am Mittwoch, 6. August, um 18.00 Uhr, findet ein Künstlerinnen-Rundgang mit Gerda Bier und Ilka Nowicki statt. Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich.
Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten des Stadtmuseums mittwochs von 9.00 bis 19.00 Uhr, samstags von 14.00 bis 18.00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11.00 bis 18.00 Uhr besucht werden. Die Ausstellung ist bis zum 31. August im Stadtmuseum zu sehen.
