Feuerwehr

Mit Blaulicht und Elektromotor zum Einsatzort

Drei Männer stehen neben neuem Feuerwehrwagen
Kevin Jessen, Verkaufsleiter Autohaus Lang (v.l.), und Robin Lang, Junior-Chef, stehen zusammen mit Stadtbrandmeister Armin Klingenbeck am neuen Kommandowagen der Feuerwehr Crailsheim.

Seit Anfang des Monats ist Stadtbrandmeister Armin Klingenbeck mit seinem neuen Dienstfahrzeug als Kommandowagen unterwegs. Der Mitsubishi Outlander fährt als Plug-in Hybrid sowohl elektronisch als auch mit einem üblichen Verbrennermotor. Die Feuerwehr Crailsheim ist damit eine der ersten Wehren in Baden-Württemberg, die auf eine alternative Antriebstechnologie setzt.

Nahezu lautlos und vor allem umweltfreundlich ist Armin Klingenbeck seit dem 1. April in Crailsheim unterwegs. Nachdem der Stadtbrandmeister zuvor mehrere Jahre einen 3er BMW mit Dieselmotor als Dienstwagen sein Eigen nennen konnte, fährt er seit Anfang des Monats einen Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid. Das Besondere an diesem: der Geländewagen wird von zwei Elektromotoren sowie einem normalen Verbrenner angetrieben.

Für Kurzstrecken ideal
„Bei der Auswertung meiner Fahrrouten ist mir aufgefallen, dass es überwiegend Kurzstrecken innerhalb des Stadtgebiets sind, die ich mit dem Wagen zurücklege. Der Elektroantrieb ist dafür ideal, weil er bei der Fahrt keine Emissionen erzeugt“, erklärt Klingenbeck. Zudem sei der Verschleiß des Motors viel geringer. Denn auf Einsatzfahrten muss dieser oft im kalten Zustand sofort unter Volllast arbeiten. Während der Elektromotor dies problemlos kann, reduziert diese Fahrweise die Lebensdauer eines Verbrenners deutlich.

Bislang noch nicht getankt
Bis zu 50 Kilometer kommt das Fahrzeug rein elektrisch. Und für Einsätze außerhalb des Stadtgebietes, zu denen Klingenbeck als stellvertretender Kreisbrandmeister ebenfalls ausrückt, ist durch den Ottomotor dennoch sichergestellt, dass dem Fahrzeug nie der Saft ausgeht. Zu insgesamt neun Einsätzen ist Armin Klingenbeck bislang ausgerückt und fährt auch zu Geschäftsterminen immer mit dem Mitsubishi: „Ich bin nun über 400 Kilometer mit dem Wagen gefahren und die Tanknadel ist immer noch bei 90 Prozent Benzin-Füllstand.“ Geladen wird das Fahrzeug über eine normale Steckdose.

Ausschreibung speziell für lokale Händler
Insgesamt 46.000 Euro hat der Mitsubishi gekostet, der über das Crailsheimer Autohaus Lang gekauft wurde. Seit zwölf Jahren wird der Outlander dort elektrobetrieben bereits angeboten. „Bislang hatten wir noch keinen einen Defekt bei den Akkuzellen“, weist Junior-Chef Robin Lang auf die Ausgereiftheit der Technik hin. Die Ausschreibung habe man bewusst so angelegt, dass sich lokale Autohäuser bewerben konnten, wie Klingenbeck erklärt: „Uns war es wichtig, hier auch die hiesigen Anbieter zu unterstützen, was bei den Großfahrzeugen zumeist nicht funktioniert.“ Der bisherige Dienstwagen wandert derweil in die zweite Reihe und schickt einen 20 Jahre alten Audi in Rente.

Einmalig im Landkreis
Die Feuerwehr Crailsheim ist eine der ersten Wehren in Baden-Württemberg, die den Schritt hin zu einem alternativen Antrieb wagt. Lediglich in Stuttgart und Reutlingen seien vergleichbare Fahrzeuge bereits unterwegs, wie Armin Klingenbeck erklärt. Bis das erste Löschfahrzeug vollelektrisch über die Straßen rollen wird, wird allerdings noch einige Zeit vergehen: „Da die Fahrzeuge mit ihren Aggregaten teils über mehrere Stunden durchgehend betrieben werden müssen, ist hier die Verbrennertechnologie noch im klaren Vorteil. Aber die Entwicklung wird auch hier in den nächsten zehn Jahren voranschreiten.“

(Erstellt am 28. April 2021)